Steht bei dir auch schon wieder die nächste Reise an? Hochzeiten, Geburtstage, andere private oder geschäftliche Termine. Wäre es nicht schön, wenn du ein paar schöne Fotolocations für Reisen mit dem Auto finden und damit die Reise auch zum Fotografieren nutzen könntest?

Aussicht von unserem Schlafplatz irgendwo in Frankreich auf über die Wiesen der Landschaft auf das Dorf auf dem Nachbarshügel.

Beim Reisen zu feststehenden Terminen nutzt man die Zeit selten zum Fotografieren. Dabei sind sie fabelhaft geeignet um die Welt zu erkunden.

Doch bei Reisen mit dem Auto zu festen Terminen wollen wir häufig nur eines: Möglichst schnell ans Ziel kommen. Dabei lässt sich jede längere Autofahrt mit etwas Planung in eine kleine Fotoreise verwandeln. Vielen ist die Planung dafür jedoch zu aufwendig.

Der Grund dafür sind die Einschränkungen, die solche Reisen zu Terminen meistens mit sich bringen:


  • Dein Ziel steht fest. Deine Fotolocations müssten sich entlang dieser Route befinden.
  • Du musst zu einer bestimmten Zeit am Ziel sein. Große, zeitintensive Umwege sind daher nicht möglich.
  • Mitreisende haben häufig keine Lust auf Umwege um fotografieren zu gehen. Sie wollen ans Ziel.

Aufgrund dieser Ausgangssituationen und weil man eben etwas Zeit in die Planung stecken muss, nutzen die wenigsten solche Reisen zum Fotografieren.

Ich kenne das Problem!

Ich hasse es meine Zeit zu verschwenden. Zumindest, wenn wir mal von meinem “gelegentlichen” Serienkonsum absehen. Ich bin ein Serienjunkie. Ich stehe dazu. Aber zurück zum Thema.

Ich bin gerne auf großen und kleinen Reisen. Was ich nicht mag, ist das Gefühl meine Zeit zu vergeuden. Deswegen höre ich gerne Podcasts oder ein Hörbuch, wenn ich Auto fahre.

Aus dem gleichen Grund suche ich mir gerne ein paar Fotolocations für Reisen mit dem Auto als Zwischenstopps an interessanten Orten und Aussichtspunkten.

Nachdem mich das Reisen mit einem Camper auf Island angefixt hat, bin ich seit ein paar Wochen stolzer Besitzer eines kleinen Campers. Diesen nutze ich für viele meiner Kurzreisen. So kann ich eine Nacht ohne Probleme an traumhauften Orten stehen und lange Reisen zu kleinen Fotoreisen machen.

Auf meiner Weltreise habe ich mir ein System zur Reiseplanung erarbeitet. Dieses erkläre ich detailliert in meinem Reisefotografie E-Book. Auf diesem System basiert auch meine Planung für Reisen mit dem Auto.

Mit diesen Schritten kannst du aus jedem deiner Roadtrips eine kleine Fotoreise machen.

Ein paar Beispiele aus jüngster Vergangenheit

In den letzten drei bis vier Monaten war ich bei einigen Terminen und Veranstaltungen deutschlandweit unterwegs. Jede dieser Reisen habe ich dabei auch zum Fotografieren genutzt.

Über das Moseltal nach Erlangen

Auf dem Weg zu einem Verbandstreffen in Erlangen habe ich die Burg Eltz und das Moseltal erkundet.

Burg Eltz vom oberen Aussichtspunkt aus fotografiert
Die Burg Eltz ist eines der wohl beliebtesten Fotomotive von Rheinland-Pfalz und sehr einfach zu erreichen.

Eine Stunde fahrt

Ich war zum Frühstück mit meinem Bruder verabredet. Er wohnt gerade einmal knapp eine Stunde Autofahrt entfernt. Dennoch bin ich schon am Vorabend losgefahren, habe mir einen zauberhaften Aussichtspunkt am Rursee gesucht, dort übernachtet und bin morgens den Rest der Strecke gefahren.

Langzeitbelichtung bei Sonnenaufgang am Rursee
Nur wenige Meter von meinem Übernachtungsplatz entfernt hatte ich morgens diese Aussicht. Fabelhaft um die Morgensonne zu genießen.

Auf Umwegen in die Schweiz

Auf den Weg zu einem Festival in der Schweiz bin ich über Luxemburg und Frankreich in die Schweiz gefahren. Eine traumhafte Strecke mit einer Menge schöner Ausblicke.

In diesem Fall haben wir uns für die Fahrt zwei Tage Zeit gelassen. Wesentlich angenehmer als die komplette Strecke von Aachen bis in die Schweiz an einem Tag durchzufahren.

Aussicht von einem Hügel in Frankreich auf das Dorf auf dem Nachbarhügel
Am Standort unserer ersten Übernachtung in Südfrankreich blickten wir morgens auf diese Aussicht. Einfach traumhaft.
Klatschmohn im Kornfeld
Direkt an unserem Übernachtungsplatz befand sich auch ein Mohnfeld. Immer ein willkommenes Motiv.
Nachtaufnahme von Dorflichtern hinter einer Bergkette
Die zweite Nacht verbrachten wir in der Schweiz mit nächtlicher Aussicht über die umliegenden Berge. Was mich allerdings viel mehr angezogen hat, waren die Lichter im Nebel hinter den umliegenden Hügeln.

In diesem Artikel zeige ich dir die Planung und Locationsuche für bereits geplante Reisen mit dem Auto. Das bedeutet, dass

  • das Ziel deiner Reise fest steht.
  • ein geringes Zeitfenster für Umwege zur Verfügung steht.
  • entlang einer bestehenden Route nach interessanten Fotolocations gesucht werden muss.
  • du deine Reiseroute selber festlegen kannst, du also vermutlich mit dem Auto oder dergleichen unterwegs bist.

Wenn du eine komplett freie Fotoreise planen willst, dann lege ich dir mein Reisefotografie E-Book ans Herz.

Let’s get started!

Schritt 1: Die Reise planen

Bevor du nach interessanten Fotolocations suchst, musst du dir erst einmal die Rahmenbedingungen klar machen:

  • Wie viel Zeit steht dir zur Verfügung, um Fotolocations zu besuchen und Umwege zu fahren?
  • Willst du Landstraße oder Autobahn fahren?

Die Strecken über Landstraßen sind nicht zwingend länger. Du kannst allerdings nicht so schnell fahren und bist daher in der Regel länger unterwegs.

Anschließend planst du deine Reiseroute. Zunächst unbeachtet möglicher Fotoziele. Mit was für einem Werkzeug du das machst, ist vollkommen egal. Google Maps, andere Kartenanbieter oder sogar Papierkarten. Alles geht.

Google-Maps ausschnitt der Routenplanung von Aachen nach Erlangen
Die erste Reiseplanung mit GoogleMaps. Beachte, dass ich alle Vermeidungsoptionen aktiviert habe. Auf Autobahnen findest du in der Regel keine interessanten Fotolocations.

Schritt 2: Die Suche nach Fotolocations für Reisen mit dem Auto

Im nächsten Schritt identifizierst du Abschnitte und geografische Regionen entlang deiner Route. Je mehr Zeit du für die Locationsuche hast, desto kleiner kannst die Abschnitte wählen.

Bei einer Reise von Aachen nach Erlangen habe ich die Abschnitte nach Bundesländern eingeteilt. So wusste ich, dass ich auch ein Stück durch Rheinland-Pfalz fahre würde und habe dort nach interessanten Locations gesucht.

Fotolocations finden

Bilder sind überall. Instagram, Pinterest, Stockfotoseiten. Überall, wo du eine Suchfunktion für Bilder hast, bist du richtig. Der Hashtag #rheinlandpfalz bei Instagram führt direkt ein paar interessante Fotolocations zutage: die Burg Eltz und die Hängeseilbrücke Gaierley.

Sobald du eine Fotolocation gefunden hast, geht es zurück auf deine Karte. Finde die genauen Standorte deiner Motive auf der Karte und markiere sie. Hier haben Kartendienste natürlich einen Vorteil gegenüber der Papierkarte, da du direkt in der Karte nach den Namen der meisten Motive suchen kannst.

Mein Tipp: Mach diese Auswahl unabhängig davon, ob du diese Location auf deinem nächsten Roadtrip ansteuern möchtest oder nicht. So baust du langsam aber sicher deine Sammlung interessanter Fotolocations aus und kannst dich daraus für zukünftige Reisen bedienen.

Die Locationsuche kannst du beliebig vertiefen. Sobald du meinst genug interessante Locations gefunden zu haben, geht es weiter zum letzten Schritt.

Ein paar weitere Tipps um Motive zu suchen, findest du in meinem allgemeinen Artikel zum Thema Locationsuche.

Google-Maps Ausschnitt mit Markierungen interessanter Fotolocations für Reisen mit dem Auto
Relativ unauffällig stellen sich die markierten Spots bei GoogleMaps mit kleinen grünen und türkisen (bereits besuchte) Markern dar. Leider auch nur, wenn gerade keine Routenplanung aktiviert ist.

Schritt 3: Route umplanen

Nachdem du dir alle interessanten Fotolocations markiert hast, verschaffe dir einen Überblick auf der Karte. Greife dafür auf die Fragen aus Schritt 1 zurück und ergänze sie um die folgenden Fragen:

  • Welche Fotolocations befinden sich in einer akzeptablen Entfernung zu meiner Route?
  • Wie viele dieser Locations möchte ich auf meinem Roadtrip ansteuern?
  • Welche dieser Locations möchte ich ansteuern?

Dann kannst du deine Route umplanen, die Umwege zu deinen Motiven einplanen und deine kleine Fotoreise kann beginnen.

Google-Maps Ausschnitt mit neu geplanter Route über Landstraße und mit Abstecher zu Fotospots
Meine Route nach der Umplanung mit Abstechern zur Burg Eltz und an die Moselschleife. Anstatt quer durch Frankfurt zu fahren, entschied ich mich für einen Umweg von gerade einmal einer Stunde im Vergleich zur anfänglich geplanten Route über Landstraße.

Tools für die Planung

Ich habe verschiedene Tools für die Planung und Suche von Fotolocations für Reisen mit dem Auto ausprobiert. Im Folgenden eine Auswahl meiner Lieblingstools:

Google Maps

Google Maps nutze ich mit Vorliebe für die Planung eines Roadtrips, sofern ich weiß, dass ich unterwegs eine Internetverbindung haben werde.

Die Routenplanung in Google Maps ist unglaublich einfach, insbesondere auf einem Desktop-PC. Du kannst Zwischenziele per Mausklick hinzufügen und interessante Orte als Favoriten speichern.

Etwas nervig finde ich, dass gespeicherte Orte nicht angezeigt werden, sobald du die Routenplanung beginnst. Du musst in einem separaten Fenster deine Ziele heraussuchen, in deiner Routenplanung diese erneut suchen und der Route hinzufügen.

Schade, denn könnte man bei der Routenplanung die Kartenmarkierungen sehen, würde das vieles vereinfachen.

MAPS.ME

MAPS.ME ist ein Kartenanbieter, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels nur offline funktioniert. Das heißt, du musst dir Karten bestimmter Regionen herunterladen, bevor du Locations suchen kannst.

Die Vorteile von MAPS.ME sind einerseits die gute Offline-Funktionalität und andererseits, dass du deine markierten Punkte auch während der Routenplanung sehen kannst.

Darüber hinaus sind bei MAPS.ME viele Markierungen mit dem Namen “Panorama”. Dies sind Standorte, von denen aus du eine schöne Aussicht hast. Durch diese Punkte habe ich schon häufig richtig schöne Aussichtspunkte gefunden, die sonst nirgends dokumentiert waren.

Die Routenführung von MAPS.ME konnte mich bisher leider nie überzeugen. Teilweise sind Straßen nicht bekannt oder falsch eingetragen. Zeiteinschätzungen für die Routennavigation waren häufig komplett neben der Spur. Zur Navigation verwende ich diese App daher nur im Notfall, wenn ich kein Internet habe.

Kombination verschiedener Services

Meistens verwende ich eine Kombination mehrerer Apps. Eine kleine Auswahl meiner Android-Apps für die Fotografie habe ich in einem Artikel zusammengeschrieben.

  • Interessante Locations habe ich mir bei Google Maps markiert.
  • Die grobe Routenplanung habe ich ebenfalls in Google Maps gemacht, weil es einfach und flexibel ist.
  • Mit MAPS.ME habe ich nach weiteren interessanten Motiven und Standpunkten gesucht.
  • Mit der App von park4night habe ich mir schöne Orte für die Übernachtung mit meinem Camper gesucht.
  • Zur Straßennavigation habe ich meine Ziele in Waze übertragen.
  • Mit planIt! (Android / iPhone) – meiner Lieblings-App für die Landschaftsfotografie – finde ich die besten Zeiten heraus um an den Fotospots zu sein.

Vom Roadtrip zur Fotoreise

Du siehst: Es ist eigentlich ganz einfach Fotolocations für Reisen mit dem Auto zu finden und so aus deiner langweiligen Reise eine kleine Fotoreise zu machen.

  • Plane deine Route ohne Zwischenstopps.
  • Suche nach interessanten Locations entlang der Route.
  • Entscheide dich, welche Locations du ansteuern willst.
  • Plane deine Route um.

Mein Tipp: Such dir auch Motive raus, die für Nicht-Fotografen interessant sind. Sei es aufgrund des Ausblicks oder möglicher Aktivitäten vor Ort. So bekommst du Mitreisende einfach von einem Umweg überzeugt.

Was sind deine Erfahrungen mit dem Fotografieren auf Reisen? Fotografierst du viel auf Reisen, die du nicht explizit zum Fotografieren geplant hast? Wie planst du solche Reisen? Deine Erfahrung würden die anderen Leser und mich brennend interessieren.

Nun wünsche ich dir viel Spaß beim Planen deiner nächsten Kurzreise und allzeit gutes Licht,

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