Stell dir vor du läufst durch einen Wald. Plötzlich entdeckst du eine verlassene Ruine. Ein wunderbares Motiv für eine Fotoserie. Zum Glück hast du auch deine Kamera dabei und Zeit. Du kannst ein paar Fotos machen. So kann es, muss es aber nicht laufen. Bei der Suche nach Fotolocations gibt es heutzutage allerdings viele Hilfsmittel.

Ein kleiner Hinweis vorweg: Es geht mir nicht darum geheime Orte zu offenbaren oder Schuld daran zu sein, dass Orte von Randalierern überrannt werden. Wenn ihr einen über die folgenden Techniken gefunden Ort besucht, würde ich euch also darum bitten euch an ein paar Regeln zu halten. Andere nach und neben euch wollen diese Orte auch noch erkunden.

Etiquette für Fotolocations

  • Verlasse einen Ort so, wie du ihn betreten hast. Es wird nichts zur Seite geräumt, nichts mitgenommen und vor allem: nichts zerstört!
  • Manche Orte liegen eventuell auf Privatgelände. Das heißt, dass das Betreten eventuell verboten ist. Ob du dich über diese Grenze der Legalität bewegen willst, musst du selber wissen.
  • Mache keinen Krach und benimm dich respektvoll den anderen Besuchern gegenüber.

Jetzt können wir aber zu den Techniken kommen, die dir helfen können interessante Fotolocations zu finden.

Foto-Location-Plattformen

Es gibt verschiedene Plattformen, die euch auf verschiedene Art eine Liste möglicher, interessanter Fotolocations anbieten. Beispielhaft möchte ich dir drei davon vorgestellt:

  • SightsMap.com
    Bei SightsMap.com handelt es sich um eine interaktive Heatmap. Diese zeigt dir mit einer eingefärbten Karte an, wo am meisten Fotos gemacht werden. Diese Orte sind dadurch möglicherweise interessante Motive. Der Nachteil ist, dass dies allerdings unter Umständen auch diese sind, die man schon zur Genüge gesehen hat.
  • Flickr-Karte
    Bei dem beliebten Fotodienst Flickr kannst du eine Region nach den Orten durchsuchen an denen die meisten Fotos in der Flickr-Gemeinschaft gemacht worden sind. Darüber hinaus kannst du diese Ergebnisse noch nach Schlagwörtern filtern. Zum Beispiel nach “architecture” oder “landscape”. Voraussetzung ist natürlich, dass die entsprechenden Fotos über Geodaten verfügen.
  • ShotHotSpot
    Auf ShotHotSpot kannst du nach einem Ort suchen und findest daraufhin einen Haufen Einträge in verschiedenen Kategorien. Nach diese lässt sich filtern, so dass du zum Beispiel nur für die Lanschaftsfotografie oder Architekturfotografie interessante Spots suchen kannst.
  • 22places
    22places ist die einzige deutsche Plattform in dieser Liste. Das Projekt wurde von Jenny und Sebastian aufgebaut und beinhaltet neben einem Fotografie-Blog eine sich immer weiter ausdehnende Liste interessanter Ziele. Diese sind zum Teil auch sehr ausführlich beschrieben. Dabei kommen die Orte nicht nur von den beiden Gründern, sondern auch von Mitgliedern der Seite selber. Hier werde ich denke ich auch über das ein oder andere Highlight meiner Reise einen Artikel schreiben.

Geocaching

Beim Geocaching handelt es sich um eine Art der modernen Schatzsuche. Auf der Plattform sind von verschiedenen Schätzen – sogenannten “Caches” – die Koordinaten eingegeben. Teilweise auch nur Hinweise mit einem Rätsel zum Finden der besagten Koordinaten. Bei diesen Schätzen handelt es sich in der Regel nur um symbolische Schätze. Zum Beispiel eine kleine Dose. In dieser befindet sich in der Regel ein Zettel auf den man seinen Namen oder Geocache-Spitznamen eintragen kann. Das sogenannte Logbuch.

Die Schätze werden oft an Orten versteckt, die der Ersteller interessant findet. Manchmal geschichtlich interessant, manchmal auch optisch oder auch aus ganz anderen Gründen. Über die Lokalisierung eines solchen Caches kann man also auch gut Orte finden, die fotografisch interessant ist. Bei der Gelegenheit könnt ihr auch direkt ins Geocaching einsteigen und mitspielen. Ob ihr mitspielt oder nicht: Wichtig ist, falls ihr den Cache vor Ort finden solltet, dass ihr ihn dort nicht entfernt. Das würde nur den Unmut der Geocaching-Community auf euch ziehen und das wollen wir nicht.

Ein guter deutschsprachiger Einstieg in das Thema Geocaching bietet Geocaching.de. Dort findest du auch Links zu Datenbanken mit Caches.

Foto-Communities

Es gibt verschiedene Communities und fast jedes davon hat einen Bereich in dem User ihre schönsten und beliebtesten Locations vorstellen können. Als Beispiel seien Fotoforen oder Bilderplattformen genannt. Wenn das Forum gut sortiert ist, kann man schnell, regional eingegrenzt, interessante Orte zum Fotografieren finden.

Suchmaschinen

Wenn du bei Suchmaschinen die über eine Bildersuche verfügen nach einem bestimmten Schlagwort suchst – zum Beispiel einem Stadtnamen – bekommst du in der Regel jede Menge Bilder. Diese entsprechen oft mehr oder weniger dem Gesuchten. Wenn du die Ergebnisse nun durchstöberst und ein interessantes Foto findest, dann kannst du über die Seite auf der sich das Foto befindet in der Regel auch herausfinden, wo das Foto aufgenommen worden ist. Wichtig hier: Von Fotos inspirieren lassen: ja! Nachmachen: nein!

Arsch hoch und spazieren gehen!

Die meisten dieser Techniken haben eines gemeinsam: Es müssen einige andere vor euch schon an dem Ort gewesen sein, damit du ihn schnell findest. Das hat den Nachteil, dass diese Orte oft von Besuchern überrannt oder eventuell gar nicht mehr zugänglich sind. Um wirklich neue Orte oder Motive zu finden, musst du also mit offenen Augen durch die Welt ziehen. Mach einen Spaziergang. Geh einfach mal ein wenig querfeldein. Nicht die Wege entlang, die du sonst gehst. Du wirst dich wundern, wie viel deiner direkten Umgebung du noch nicht kennst. Aber auch in fremden Regionen: Besuch nicht nur die Touristenmagnete und typischen Hotspots. Geh einfach mal spazieren und lass dich treiben. So findet man manchmal die interessantesten Motive.

Und jetzt: Ab dafür!

Ich hoffe mit diesen Techniken findest du neue und interessante Fotolocations. Das praktische ist, dass du für die meisten dieser Tipps nicht einmal das Haus verlassen musst. Mit einer Fotoplanungs-App wie PlanIt! für Android kann man dann sogar vorab schon viel über das nötige Equipment oder die beste Zeit zum Fotografieren herausfinden.

Eines musst du jedoch immer selber tun: Raus gehen und fotografieren! Das am besten so oft du kannst und immer wenn dir danach ist. Habe vielleicht auch einfach immer eine Minimalausführung deiner Kameraausrüstung bei dir. Kamera und ein Objektiv reichen da vollkommen aus. Auch wenn du die Kamera mal nicht verwendest: Dadurch, dass du sie dabei hast, guckst du dir deine Umgebung anders an. Bewusster.

Ein kleines Update: Am vergangenen Mittwoch (14.03.2015) wurde auf Kwerfeldein ein ähnlicher Artikel mit Tipps zum Finden von Fotolocations veröffentlicht. Einige Tipps sind ähnlich, allerdings gibt es auch ein paar neue Ideen, die mir gefallen. Lest euch den Artikel und die Kommentare dazu durch.

Und jetzt los: Geh, such dir deine nächste Location und mach Fotos! Denk aber dran dich an die zu Beginn genannte Etiquette zu halten. Viel Spaß!

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