Kennt ihr das Gefühl jeden Winkel eurer Heimat schon gesehen zu haben? Ich auch! Vor kurzem wurde ich dann eines Besseren belehrt und besuchte das erste Mal das Gipfelkreuz am Haarberg in Aachen.

Aachen liegt in einem Kessel. Richtung Nordosten am Rande dieses Kessels liegt der Haarberg. Bis vor einem halben Jahr wusste ich nicht, dass dort ein Gipfelkreuz steht. Genau so wenig von der guten Aussicht, die man von dort über Aachen hat.

Geschichte

Kurze geschichtliche Exkursion: Es gibt nicht viel zu sagen. Der Haarberg hat jedoch einen eigenen Wikipedia-Artikel, in dem folgendes steht:

Als im Oktober 1944 amerikanische Truppen von Stolberg und Eilendorf aus nach Haaren vorrückten, lag die Anhöhe vor Aachen an der vordersten US-Kampflinie und spielte eine strategisch wichtige Rolle. Entsprechend hart umkämpft war der Haarberg oder “Crucifix Hill”, wie er von den Amerikanern genannt wurde. Neunmal wechselte er den Besitzer. Acht Tage nach der Einnahme des Haarbergs konnte der Belagerungsring um Aachen geschlossen werden. (Wikipedia)

Neue Ecken in alter Umgebung

Irgendwann im Herbst letzten Jahres habe ich mit einem Kollegen darüber nachgedacht, wo man einen guten Blick über Aachen hat. Er erwähnte das Gipfelkreuz auf dem Haarberg und ich schaute ihn erstmal verdutzt an. Ich wusste, dass Aachen in einem Tal liegt. Wirklich bergig und eines Gipfelkreuzes würdig hätte ich die Gegend nicht bezeichnen. Es war natürlich klar, dass ich da so bald wie möglich hin muss.

Vor meinem Besuch am Haarberg habe ich erstmal in meiner Lieblings-Vorbereitungs-App “PlanIt! Für Fotografen” alles eingegeben und kontrolliert, wo dort die Sonne untergeht. Die App konnte mir auch sagen, was ich vermutlich für eine Ausrüstung brauche um die Fotos zu machen, die mir vorschwebten. Darüber hinaus kann einem die App anzeigen, ob man von einem bestimmten Standort aus freie Sicht auf sein Motiv hat. In meinem Fall war das das Stadtzentrum und prinzipiell war freie Sicht.

Ein paar Tage später habe ich mich dann mit einer Freundin von mir auf den Weg zum Haarberg gemacht. Man kommt sehr gut mit dem Bus in die Nähe und muss von dort aus dann ein paar Minuten den Hang hinauf gehen bis man am Gipfelkreuz steht. Von dort hat man tatsächlich einen schönen Blick über die Stadt. Wir sind recht pünktlich los, also konnten wir uns in Ruhe vorbereiten, bevor das Licht für unsere Fotos passend war.

Blaue und goldene Stunde

Für Landschaftsfotografen ist es ein alter Schuh: Eine der besten Zeiten zum Fotografieren ist um Sonnenaufgang und -untergang herum. Die goldene Stunde nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Die blaue Stunde vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang. Eine Stunde ist eher ein grober Richtwert. Die Farbe kann man oft wörtlich nehmen. Wann diese Zeiten sind sagt dir auch PlanIt! Ihr merkt: Spitzen App und jeden Cent wert. Wenn du Probleme mit schönen Landschaftsaufnahmen hast, versuch mal diese Tageszeit. Ja es ist früh, wenn du bei Sonnenaufgang fotografieren willst. Zu diesen Zeiten ist das Licht in der Regel am interessantesten und man muss sich aus dem Bett quälen. Also ich zumindest muss das! Abends ist das ganze einfacher. Du solltest nur nicht erst zu Beginn dieses Zeitfensters vor Ort sein, denn man muss unter Umständen auch erstmal ein interessantes Motiv finden. Auch sollte man dran denken, dass das Licht bei Sonnenaufgang aus einer anderen Richtung kommt. Es lohnt sich also sowohl bei Sonnenuntergang, als auch bei Sonnenaufgang mal da zu sein.

Im Winter ist die Dämmerung kürzer. Das Zeitfenster für goldene und blaue Stunde ist enger. In unseren Breitengraden jedoch kaum ein Unterschied. Die Dämmerung ist zur Wintersonnenwende gerade einmal 5 Minuten kürzer als zur Sommersonnenwende. Nicht viel, aber ein Unterschied, der mit größerem Abstand zum Äquator steigt und den man im Hinterkopf haben sollte.

Silhouetten

Ich wollte den Blick über Aachen fotografieren. Die Sonne ging leider vor mir unter. Die Schattenseite der Stadt war mir zugewandt und lag somit im Dunklen. Nicht gerade optimal um zu fotografieren. Hab ich irgendwie vorher nicht dran gedacht. Alles nimmt einem PlanIt! eben doch nicht ab. Darüber hinaus war der Himmel nicht der spannendste. Keine Wolken am Himmel, die diesen in irgendeiner Weise interessant gestalteten. Daher habe ich mich schnell anderen Möglichkeiten zugewandt.

Ich sag es immer wieder gerne: Beim Fotografieren muss man manchmal nur seine Position ändern um eine interessantere Fotografie zu bekommen. Man sollte auch immer einen Blick hinter sich werfen. Ein paar Dornenbüsche direkt neben der Plattform des Gipfelkreuzes dienten mir als Silhouette um meinem Bild ein interessantes Element hinzuzufügen. Ich merke wieder, ich bin ein großer Fan von Silhouetten. Vielleicht sollte ich dem mal einen eigenen Beitrag widmen. Aber ich verspreche hier mal lieber nicht zu viel.

Auf dem Weg nach unten habe ich mich dann nochmal in Richtung des Kreuzes umgedreht. Die Beleuchtung des Kreuzes war eingeschaltet. Von der Abenddämmerung war gerade eben genug da, damit sich der Himmel im Hintergrund abzeichnet.

Die Liste wird länger

Inzwischen wird meine Liste interessanter Orte in der Umgebung immer länger. Zu Fuß sind die meisten davon leider nicht so gut erreichbar, daher muss ich mir wohl irgendwie was anderes überlegen. Es will mir keiner ein kleines Auto schenken und finanzieren, oder?

Wenn euch noch interessante Orte einfallen, denen ich einen Besuch abstatten sollte, dann immer her damit. Ansonsten hab ich in den anderen Beiträgen meiner Serie “Fotogenes Dreiländereck” vielleicht ein paar Orte für dich, die du noch nicht kennst. Schau dich also im Archiv um!

Technischer Kram

Bei meinen Fotografien kommt verschiedenste Ausrüstung zum Einsatz. Hier die Liste der für diese Fotografien verwendeten Ausrüstung:

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Abschließend noch ein paar Links zu weiterführenden Themen oder Seiten, die ich angesprochen habe.

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