Sind dir deine Fotos wichtig? Alle Fotos deiner Reise. Einfach futsch! Mit der richtigen Backupstrategie muss das nicht sein. Backups müssen nicht einmal kompliziert sein.

Bessere Reisefotografie - Backupstrategien für die Reise

In den letzten Teilen dieser Serie habe ich viel über das verbessern deiner Fotos geschrieben.

Dieses Mal dreht sich alles um die Sicherung deiner Fotos. Vielleicht denken ein paar Leser jetzt

“Backups sind mir zu zeitaufwendig. Außerdem ist bisher nie etwas passiert!”

Denk mal kurz darüber nach… egal für wie unwahrscheinlich du es hältst:

Wie schlimm wäre es, alle deine Fotos der letzten Reise für immer zu verlieren?

Wenn dir der Gedanke auch nur minimales Unbehagen bereitet, solltest du dich mit Backups beschäftigen. Oft ist es nur eine Frage der Zeit bis mal was passiert.

Erst vor ein paar Wochen wurde von jetzt auf gleich mein Adressbuch auf meinem Smartphone gekillt. Nachdem ich nie Probleme damit hatte. Mit einem Backup der Kontakte hätte ich darüber gelacht. Doch ich will meine Kontakte nicht zu Google synchronisieren. Selber schuld! Bei Fotos ist es noch schlimmer:

Während du Telefonnummern leicht wieder bekommen kannst, sind Fotos nicht so einfach zu ersetzen.

Verlorene Fotos kannst du nicht mal eben neu machen. Dafür brauchst du schon Backups!

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Bei Backupstrategien musst du nach Medium und Standort unterscheiden. Die Strategien sind unabhängig davon, ob du zuhause oder auf Reisen bist. Den Unterschied macht das Szenario. Die Kombination mehrerer Backupstrategien. Diese Szenarien müssen auch nicht kompliziert sein um effektiv zu sein.

Backupstrategie 1: Lokale Sicherung

Die erste Strategie ist auch die einfachste. Du brauchst dafür nur einen Laptop.

Auf der Festplatte deines Laptops erstellst du eine Kopie deiner Fotos. Mit der richtigen Software geht das automatisch. Der Import in Lightroom reicht schon aus. Wichtig ist nur, dass die Fotos nicht von der Speicherkarte auf den Laptop verschoben, sondern kopiert werden. Die Software sollte erkennen welche Fotos deiner Speicherkarte bereits auf dem Laptop vorhanden sind und nur neue Fotos kopieren.

Das Medium ist je nach Festplattentyp eine SSD oder HDD.

Backupstrategie 2: Externe Festplatte

Du kannst deine Fotos auch auf eine externe Festplatte sichern. Auch ohne Laptop.

Es gibt mobile Geräte an die du einen Kartenleser und deine externe Festplatte anschließen kannst. Auf Knopfdruck wird die Speicherkarte auf die Festplatte kopiert. Auch hier sollte das Gerät erkennen, welche Fotos bereits kopiert wurden.

Ich besitze den iUSBport 2*. Es gibt inzwischen neuere Geräte mit mehr Akkuleistung und einer schnelleren USB-Anbindung. Ich bin mit dem iUSBport 2 jedoch zufrieden. Es verfügt darüber hinaus über WLAN und eine App mit der du dir direkt die Fotos auf den angeschlossenen Geräten angucken kannst.

Features auf die du achten solltest sind ein eigener Akku und die Fähigkeit bereits kopierte Fotos zu erkennen.

Auch bei dieser Strategie kann es sich um eine SSD oder HDD als Medium handeln.

Backupstrategie 3: In die Cloud

“Die Cloud” – Dieses ominöse, alle Probleme lösende Ding. Für unser Backupszenario ein Onlinespeicher. Bei den Datenmengen einer Fotosammlung wirst du um einen kostenpflichtigen Dienst nicht herum kommen. Ein paar Beispiele für bekannte Anbieter:

Eine interessante Lösung. Um alle Fotos mehrerer Jahre zu sichern brauchst du ein kostenpflichtiges Abo. Auf Reisen als primäres Backup jedoch ungeeignet. Auf Reisen hast du oft keine ausreichend gute Verbindung und kannst deinen Laptop nicht dauerhaft irgendwo stehen lassen. Da du die Daten nicht so häufig synchronisieren kannst, bedeutet das potentiell größere Verluste. Für eine Sicherung deiner Fotos auf Reisen empfiehlt sich diese Strategie nur als zusätzliche Strategie.

Obwohl deine Daten vermutlich auch auf Festplatten gespeichert werden, wird Cloud als eigenes Medium betrachtet. Die Anbieter machen eigene Sicherungen. Dadurch eignet sich ein Cloud-Anbieter gut als zweite Strategie in einem Backupszenario.

Weitere Strategien

Es gibt noch eine Menge weiterer Backupstrategien. Beispielsweise das Sichern auf CD als Medium. Ich halte diese jedoch nicht mehr für Zeitgemäß. Daher gehe ich nicht näher auf sie ein.

Das 3-2-1 Modell

Eine Sicherung deiner Daten auf zwei verschiedenen Medien lässt sich auch auf Reisen einfach realisieren. Die Fotos bleiben auf den Speicherkarten und werden zusätzlich auf deinem Laptop oder einer externen Festplatte gesichert. Den häufigsten Problemen wirst du damit gewappnet sein.

Wenn dir dein gesamtes Reisegepäck verloren geht, wären deine Fotos futsch. Eine Effektive Datensicherung folgt daher dem 3-2-1 Modell:

3-2-1 Backup Modell: 3 Kopien auf 2 verschiedenen Medien. Davon eine Kopie an einem anderen Standort.

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Beispiel: Du hast eine Kopie deiner Fotos auf den Speicherkarten und eine auf der externen Festplatte. Dadurch hast du 2 Kopien auf 2 verschiedenen Medien. Da du jedoch alle Sicherungen an einem Ort hast, solltest du eine dritte Kopie an einem anderen Ort als zusätzliches Backup haben. Wie oben erwähnt eignet sich ein Onlinespeicher.

Mein Backupszenario für Reisen

Mein Backupszenario auf Reisen ist relativ ausgereift. Es kostet mich auf Reisen wenig Zeit und hat sich als effektiv erwiesen:

  • Erste Kopie: Kopieren aller Fotos mit PhotoMechanic auf den Laptop. Erst hier lösche ich Fotos und mache eine erste Auswahl.
  • Zweite Kopie: Spätestens vor einem Ortswechsel läuft eine Sicherung auf eine externe HDD Festplatte. Diese ist groß genug um alle meine Fotos zu beherbergen.
  • Dritte Kopie: Wenn ich Internet habe wird ein Backup meiner Daten auf meinen Server zuhause gemacht. Immer wenn ich Internet habe finden ein paar Fotos ihren Weg auf den sicheren heimischen Server.
  • 3-2-1 Modell: 3 Kopien (Laptop, externe Festplatte, heimischer Server) auf zwei Medien (SSD und HDD) mit einem Offsite-Backup (heimischer Server).
  • Geringes Risiko: Täglicher Wechsel der Speicherkarte. Egal ob voll oder nicht.
  • Geringes Risiko: Laptop und externe Festplatte werden in getrennten Gepäckstücken transportiert.
  • Sobald das zweite Backup gelaufen ist:
    • Wird der Platz auf der internen SSD knapp, werden die Daten auf eine externe SSD verschoben. Die Sicherung auf die HDD hat stattgefunden, falls etwas schief läuft.
    • Die vollen genutzten Speicherkarten werden umgedreht. Das zeigt mir, dass ich sie in der Kamera formatieren und neu verwenden kann. Es sind mindestens zwei Kopien an anderer Stelle vorhanden.

Bei kürzeren Reisen nutze ich ein vereinfachtes Szenario:

  • Erste Kopie: Alle Fotos bleiben bis zu meiner Rückkehr auf den Speicherkarten.
  • Zweite Kopie: Abends werden die Fotos mit dem iUSBport 2* auf eine externe Festplatte kopiert
  • Geringes Risiko: Die beiden Kopien (Speicherkarten und Festplatten) werden getrennt transportiert.

Ich formatiere meine Speicherkarten auf Reisen erst, wenn es wirklich nötig ist. Dadurch habe ich so lange wie möglich eine weitere Kopie meiner Fotos.

Praxistipps für die Reise

Auf meiner Weltreise haben sich verschiedene Vorgehen als gute Praxistipps erwiesen:

  • Transportiere die Sicherungen getrennt voneinander. Handgepäck und Reisegepäck. So verlierst du deine Fotos nicht, wenn ein Gepäckstück verloren geht oder geklaut wird.
  • Verwende viele, kleinere Speicherkarten. Bei einem Verlust oder Defekt einer Speicherkarte ist der Schaden gering. Stell dir vor du hast nur eine Speicherkarte und diese geht kaputt. Du kannst keine Fotos mehr machen, bis du Ersatz hast.
  • Je mehr Schreiboperationen du auf einer Speicherkarte durchführst, desto größer das Fehlerrisiko. Das bedeutet:
    • Fotos werden nicht direkt auf der Speicherkarte gelöscht.
    • Fotos werden nicht von der Speicherkarte auf den Laptop verschoben, sondern kopiert.
    • Die Karten werden in der Kamera formatieren und nicht mit “alle Fotos löschen” bereinigt. Dies benötigt weniger Schreiboperationen.
  • Formatiere Speicherkarten erst, wenn es notwendig ist und du mindestens zwei weitere Kopien der Fotos besitzt.

Fazit

Wie du siehst kann man sich verschiedene Szenarien aus den Backupstrategien zusammenbauen. Mit den richtigen Tools läuft das meiste davon automatisch und fällt dir im Reisealltag nicht weiter auf.

Das 3-2-1 Modell bietet dir die größte Sicherheit.

Welches Szenario auch immer du zukünftig anwendest: Das einfachste Szenario ist besser als keine Sicherung.

Schätze dich glücklich, wenn du bisher noch nicht von Datenverlusten betroffen bist. Vordere dein Glück nur nicht heraus. Der Ärger den ein Datenverlust mit sich bringen sind den gesparten Aufwand eines Sicherungsszenarios nicht wert.

Ein guter Anfang ist eine zweite Sicherung auf deinen Laptop oder eine externe Festplatte. Den Verlust von Fotos wirst du so verkraften. Verwahre die Speicherkarten und Sicherung nicht gemeinsam. Wenn du keine weitere Sicherung machst solltest du ausreichend Speicherkarten dabei haben um bis zum Ende deiner Reise auszukommen. Zuhause überführst du die Fotos dann in dein heimisches Backupszenario. Dieses kann wieder ganz anders aussehen als dein Reiseszenario.

Ich hoffe ich konnte dich überzeugen, dass Sicherungen kein zeitaufwendiges Teufelszeug sind. Wenn dir deine Fotos wichtig sind – und davon gehe ich aus – gibt es keinen Grund, keine Sicherungen zu machen.

Kennst du weitere Strategien oder Tools, die ich noch nicht erwähnt habe. Ich würde mich freuen davon zu hören. Wenn dir der Beitrag gefällt freue ich mich auch, wenn du ihn teilst. Es gibt noch viel zu viele Leute, die keine Sicherung ihrer Daten machen. Hilf mir sie zu überzeugen!

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