Ein Kamerarucksack für Reisen sollte spezielle Anforderungen erfüllen. Review des MindShift Rotation 180° Horizon Kamerarucksacks.

Review: MindShift Rotation 180° Horizon - Kamerarucksack für Reisen

Das wichtigste bei einem Kamerarucksack für Reisen ist die sichere Aufbewahrung der Ausrüstung, ein geringes Eigengewicht und der einfache Zugriff auf die Kamera. Ich finde es ungünstig den Rucksack drehen oder ausziehen zu müssen, um an die Ausrüstung zu kommen. Besonders auf Wanderungen ist das Energieverschwendung. MindShift geht mit der Rotation 180° Serie einen anderen Weg. Ich habe die Variante “Horizon” seit einem Jahr in Brasilien, Island, Indien und Nepal als Kamerarucksack und Trekkingrucksack im Einsatz.

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Der MindShift Rotation 180 Horizon - Ein ganz normaler Kamerarucksack?

Die Rahmendaten

Mit 28 x 62 x 23cm passt der MindShift Rotation 180° Horizon ins Handgepäck. Die Höhe ist kein Problem, wenn du ihn nicht bis an seine Grenzen füllst. Das Hauptfach fast 27 Liter und hat ein 15″ Laptopfach. Die separate Kameratasche hat ein Volumen von 7 Litern. Das Stativ lässt sich seitlich oder hinten mittig montieren.

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Das Stativ lässt sich mittige oder seitlich anbringen. Eine mittige Anbringung sorgt dafür, dass das Rucksackgewicht nicht verlagert wird.


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Alle Kameras und Objektive meiner Reiseausrüstung passen in die Tasche: Zwei Kameras und vier kleine Objektive des spiegellosen Olympus-Systems.

Auch eine größere Kamera passt. Umfangreiche Ausrüstung wirst du anders unterbringen müssen. Von MindShift gibt es drei Lösungen:

  1. Der größere MindShift Rotation 180° Pro – Dieser bietet mehr Platz in Hauptfach und der Kameratasche, ist allerdings schwerer und nicht handgepäckstauglich.
  2. Der Kamera-Einsatz für das Hauptfach – Macht die Horizon- oder Panorama-Variante der Serie zu vollwertigen Kamerarucksäcken. Da es nur ein Modell für beide Rucksäcke gibt vermute ich, dass der Einsatz im Horizon nicht optimal sitzen wird. Ich besitze diesen nicht.
  3. Das Objektivtaschen-Modul für den Hüftgurt – Bietet Platz für ein Objektiv. Mehr zu den Modulen später.

Das Tragesystem kann sich mit guten Reiserucksäcken messen: Gepolsterte und einstellbare Schultergurte, verstärkter Rücken, Hüftgurt und Brustgurt, eine Anbringung für Wanderstöcke und ein Seitenfach für Trinkblasen bis 3 Liter.

Soweit macht der Rucksack auf mich einen guten Eindruck. Zwei besondere Dinge haben vor dem Kauf meine Aufmerksamkeit geweckt und mich diesen Kamerarucksack für meine Reise wählen lassen.

1. Das MindShift Rotationssystem

Geben wir es zu: Wenn es uns zu anstrengend ist an die Kamera zu kommen, lassen wir Motive mal vorbeiziehen. Auch verpassen wir manchmal die kurzen, perfekten Moment, da es zu lange dauert an die Kamera zu kommen.

Mit MindShift sieht das anders aus: Die separate Kameratasche im unteren Teil des Rucksacks wird am Hüftgurt vor den Bauch gedreht. Du kommst an alles, was sich in der Tasche befindet: Objektive, Filter, Kameras. Das ganze ohne das Gesamtgewicht des Rucksacks bewegen zu müssen. Ich kenne keinen Rucksack mit einem besseren System für Reisen.

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Im unteren Teil des Rucksacks ist die Kameratasche. Diese lässt sich am Hüftgurt um 180° vor den Bauch drehen. Dadurch kommt man an die Kamera ohne den Rucksack absetzen zu müssen.

Gegen das Problem sich zu verrenken oder den Rucksack ausziehen zu müssen um an dein Stativ zu kommen, hat MindShift eine Lösung und für mich den zweiten Grund für diesen Rucksack.

2. Alleskönner “Tripod-Suspension-Kit”

Unterwegs musst du dein Stativ am Rucksack verstauen oder in den Händen halten. Nicht mehr! Ich darf vorstellen: Das “Tripod-Suspension-Kit”.

Das Stativ wird am Stativhals mit Tragegurten verbunden, die mit den Schultergurten verbunden sind. Das andere Stativende wird an der Rucksackseite mit einem Gummizug fixiert. Das ist erstaunlich komfortabel, denn die Tragegurte ziehen gegen das Rucksackgewicht nach vorne. Um beim Wandern die Hände frei zu haben, kannst du die Kamera auf dem Stativ befestigen. Das Tripod-Kit lässt sich allerdings auch zweckentfremden.

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Tripod-Suspension-Kit im vorgesehenen Einsatz - Vorne an der Seite getragen ist das Stativ auf Wanderungen schnell aufgebaut.

In Nepal hatte ich statt des Stativs meine Kamera an dem Kit befestigt. Die Hände sind frei und die Kamera griffbereit. Das Stativ muss du in diesem Fall wieder allerdings wieder am Rucksack befestigt.

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An den Gurten des Tripod-Kits lässt sich auch alles andere befestigen. Zum Beispiel die Kamera um sie auf Wanderungen vor der Brust zu tragen.

Rotationssystem und Tripod-Kit haben meine Aufmerksamkeit für den Rucksack geweckt. Der Kamerarucksack schien für Reisen und Trekking die perfekte Wahl. Ich habe ihn mir vor meiner Weltreise zugelegt. Nach einem Jahr im Einsatz kann ich ein Fazit ziehen.

Langzeittest als Kamerarucksack für Reisen

Ich war mit dem Rucksack ein Jahr lang in Brasilien, Island, Indien und Nepal unterwegs. Er ist perfekt als Handgepäck geeignet. 3 Tage in durch eine Wüste, 3 Tage durch eine Steppe und mehrere mehrtägige Wanderungen durch den Himalaya haben den Rucksack auf die Probe gestellt.

Reisen

Die Größe des Kamerarucksacks ging meistens als Handgepäck durch. Wegen Übergewichts musste ich ihn bei zwei Flügen abgeben. Die Kameratasche lässt sich vom restlichen Rucksack trennen. Der Laptop ist leicht zugänglich. So sind beide schnell vom Rucksack entfernt und können als Handgepäck mitgenommen werden. Der restliche Inhalt ist robust genug um ihn abzugeben.

In Nepal lebte ich aus dem Inhalt des Kamerarucksacks. Kameras, Klamotten, Kulturbeutel, Laptop, Zubehör. Alles passte in den Rucksack. Mein großer und schwerer Trekkingrucksack stand in der Ecke.

Durch das spezielle Regencape kommst du weiterhin problemlos an die Kamera, wenn du dieses verwendest. Der Rucksack und das Stativ bleiben geschützt. Da die Anbringung etwas kniffelig ist, hat MindShift ein Erklärungsvideo erstellt:

Für Wanderungen empfehle ich dir einen Trinkschlauch. Das erspart dir auch diese Verrenkung und Energie.

Das gesamte System macht auf Wanderungen richtig Spaß. Der Rucksack trägt sich angenehm. Durch das Rotationssystem kommst du einfach und schnell an die Kameratasche. Hier hat MindShift ein außergewöhnlich cooles und gutes System entworfen. Dickes Lob!

  • Das Öffnen und Schließen der Seitenklappe ist dank des Magnetverschluss sehr einfach. Zum Öffnen muss der Verschluss nach unten geschoben werden. Das verhindert versehentliches öffnen. Zum Schließen müssen sich die beiden Verschlussteile nur nah genug kommen und der Magnet lässt den Verschluss einrasten.
  • Die asymmetrische Bauform der Kameratasche und die aufhaltende Seitentür sorgen dafür, dass das Verstauen der Kameratasche ohne Widerstand funktioniert. Wenn die Seitentür nicht auf stehen bleibt, einfach den Gummizug an dieser nachziehen.
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Der Verschluss der Kameratasche ist magnetisch. Dadurch ist das Öffnen und Schließen der Tasche ein Kinderspiel.

Bei Regenschauern konnte ich die Kamera in wenigen Sekunden im Rucksack verstaut. Alles was du beim Wandern brauchst, erreichst du ohne Kraftaufwand. Dank des Tripod-Suspension-Kits ist auch das Stativ schnell bereit und deine Hände frei.

Qualität

Die Firma MindShift ist ein Tochterunternehmen des renomierten Kamerarucksack-Hersteller ThinkTank. Es ist keine Überraschung, dass die Rucksäcke qualitativ hochwertig und gut konzipiert sind. Nach einem Jahr Backpacking zeigt mein Rucksack nur wenig Anzeichen von Verschleiß:

  • Die Reißverschlüsse sind wetterfest und funktionieren einwandfrei. Wenn sie schwergängig werden liegt es an Verschmutzungen. Eine Reinigung mit Wasser beseitigt das Problem.
  • Die Abnutzung des Rucksacks beschränkt sich auf das MindShift-Logo.
  • Ein Loch an der Vorderseite des Rucksacks ist dem Flugtransport zuzuschreiben. Es reißt nicht weiter auf. Inzwischen habe ich zur Abdichtung und Sicherheit Gaffer-Tape drüber geklebt. Eine Transport-Schutzhülle für den Fall, dass du die Tasche aufgeben musst, ist empfehlenswert.
  • Die Löcher in der Filtertasche sind dem eigenen Umgang in Bussen und Flugzeugen zuzuschreiben. Am besten verstaust du das Modul für den Transport im Hauptfach des Rucksacks.

Packe die Filtertasche für den Transport in den Rucksack und besorge dir eine Schutzhülle. Wenn du den Rucksack aufgeben musst wird damit oft nicht vorsichtig umgegangen. Außerdem solltest du alle Clips schließen und die Gurte anziehen, um die Gefahr von Beschädigungen zu minimieren.

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Beschädigungen am Rucksack nach einem Jahr Weltreise. Die Löcher sind einem unvorsichtigen Transport zu verschulden. Eine Schutzhülle für den Transport und das Verstauen der Filtertasche im Rucksack hätten geholfen.

Inhalt

Der Inhalt des Hauptfachs änderte sich bei mir je nach Situation.

  • Klamotten und Kulturbeutel auf Wanderungen. Laptop und unnötiges Zubehör wird nicht mitgenommen.
  • Laptop und Zubehör bei längeren Aufenthalten oder Auto-Touren. Für Tagestouren sind Laptop und eine Tüte mit Zubehör in Sekunden aus dem Rucksack befördert.

Der Inhalt der Kameratasche des Rucksacks änderte sich nicht. Alle Filter und Erweiterungsringe befinden sich in der Filtertasche am Hüftgurt. Speicherkarten und Reinigungsset im Kopffach des Rucksacks.

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Die Kameratasche des Rucksacks beinhaltet meine gesamte Kameraausrüstung für Reisen.

Die negativen Seiten

Natürlich gibt es auch negative Seiten. Ich finde es schade, dass das Regencape für den Rucksack separat gekauft werden muss. Ich finde das sinnvolle und optional erhältliche Zubehör sehr lobenswert. Ein Regencape zählt für mich jedoch zum Standardzubehör.

Ein ständiges Problem ist die Balance des Rucksacks beim Hinstellen. Der Rucksack kippt leicht zur Seite oder nach hinten weg. Nur in einem sehr schrägen Winkel an der Wand oder mit angebrachtem Stativ im freien Raum bekomme ich ihn problemlos zum Stehen. Kein großes Problem. Es nervt und der Rucksack wird unnötig dreckig, wenn er umfällt.

Fazit

Für Wanderungen und Rucksackreisende halte ich den MindShift 180° Rotation Horizon für die perfekte Wahl. Er ist klein genug für das Handgepäck und groß genug für alles nötige Gepäck einer Wanderung.

Das Rotationssystem ermöglicht einen schnellen und einfachen Zugriff auf die Kamera. Das Zubehör macht den Rucksack flexibel. Der Tragekomfort kann sich mit anderen Wanderrucksäcken messen. Das Volumen ist perfekt für meine Olympus-Ausrüstung und mehrere Tage Gepäck oder einen Laptop und jede Menge Zubehör.

Auf meiner Ausrüstungsseite findest du den Rucksack und alle von mir verwendeten Ausrüstungsteile des MindShift-Rucksacks

Alternativen

Bisher kenne ich kein vergleichbares System anderer Hersteller. Keiner ermöglicht einen einfacheren Zugriff auf die Ausrüstung.

Bei Fotografen beliebt ist das modulare System der Firma f-Stop. Paddy von neunzehn72 hat einiges über diese Rucksäcke berichtet und drei Modelle in einem Video vorgestellt.

Der erhältliche Kamera-Einsatz lassen einen auf die Idee kommen, diese für einen Trekking-Rucksack zu verwenden. Davon würde ich aus folgenden Gründen abraten:

  1. Der schnelle Zugriff auf die Ausrüstung ist nicht möglich. Für das Fotografieren auf einer Wanderung ungeeignet.
  2. Für den Transport macht diese Lösung in zwei Fällen Sinn
    1. Wenn du deinen Trekkingrucksack als Handgepäck mitnehmen kannst.
    2. Wenn du das Kameramodul aus dem Rucksack holen kannst um es als Handgepäck mitzuführen.
      Da wegen des Gewichts dieses am sinnvollsten nah am Rücken platziert wird, ist das oft umständlich.

TL>DR: Die Infografik

Als Zusammenfassung und zum Teilen habe ich die wichtigsten Informationen in einer Infografik zusammengefasst. Du kannst diese gerne teilen und unbearbeitet weiterverwenden um andere auf den Rucksack aufmerksam zu machen. Ich denke: Er hat es verdient und ist die richtige Wahl für reisende Fotografen.


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MindShift Rotation 180 Horizon Review

4 Kommentare

  • […] meiner Weltreise habe ich den Kamerarucksack von MindShift Gear gekauft. Für Städtetouren hatte ich eine Umhängetasche dabei. In diese passten Kamera und ein […]

  • Philipp sagt:

    Ich überlege hart mir diesen Rucksack zuzulegen, nachdem ich wie wohl alle Fotografen schon einige bei mir stehen habe. Aber entweder sind die zu klein für Wochenendreisen und ich bräuchte eine Klamottentasche oder ich komme nicht schnell genug an meine Kamera. Einige Motive habe ich schon liegen gelassen weil ich zu faul war über den Rücken an die Kamera zu kommen, da wäre dieser hier perfekt. Dazu zwei Fragen: Das Hauptfach wird mit 13″ Laptopfach angegeben, würde deiner Meinung nach mein 15″ MacBook pro Retina reinpassen? Auf den Fotos im netz wäre da ggf. noch ein wenig Platz.

    Außerdem würde mich mal interessieren wie viele Klamotten man ins Hauptfach tatsächlich rein bekommt. Ich würde gern damit 2-3 Wochen nach Thailand, ohne Notebook, Kameratasche als Handgepäck. Kleidung für eine Woche die man dort ggf. wäscht sollte schon rein passen. Ich bin nicht der große Backpacker und habe keine Funktionskleidung. Die Große Rucksackvariante sieht mir sehr nach Sack aus und ist wohl in 90% der Fälle zu groß und klobig.

    • Niklas sagt:

      Hallo Phillip,

      ich würde behaupten der Rucksack ist perfekt für deine Anforderungen. Es kommt natürlich ein wenig auf die Kamera drauf an, aber mein spiegelloses System von Olympus passt da wunderbar und VOLLSTÄNDIG rein.

      Der 15″ Notebook sollte so gerade passen. Mein Notebook von der Arbeit ist genau dieser. Es ist eng, aber passt. Eine dünne Schützhülle um vor Kratzern durch den Reißverschuss zu schützen, würde ich dir jedoch empfehlen.

      Bzgl. der Klamotten kommt es ganz drauf an. Wenn das Fach komplett leer ist und keine Kleinteile für die Kamera drin sind, dann würde ich sagen die Klamotten in de Menge von 2-3 Schuhkartons passen da rein. Es gibt noch Extension-Clips mit denen man an der außenseite noch Dinge befestigen kann. So habe ich meine Jacke und einen dicken Pulli immer außen am Rucksack fest gemacht. 2-3 Wochen geht bestimmt, allerdings solltest du dich auf Backpacking vorbereiten, also Klamotten länger als einen Tag tragen und regelmäßig waschen.

      Ich war vor kurzem eine Woche in Schottland und hatte neben meiner Kameraausrüstung zwei lagen Klamotten dabei, die ich immer im wechsel getragen und gewaschen habe. Dann unterscheidet sich das Gepäck auch nicht mehr sonderlich zu dem für 3 Wochen. Du brauchst nur mehr Waschpaste ;)

      Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen :)

  • […] those who understand German: I wrote a detailed review about the backpack on my […]

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