(Werbung für Inspiracles) Wiederholungen sind der Schlüssel zum Erfolg beim Erlernen neuer Fähigkeiten. So auch für die eigene Kreativität. Für etwas Abwechslung im Alltag sorgen die folgenden Wege deine Kreativität zu trainieren.

Ich war überrascht!

Dass ich nach so vielen Jahren in meiner Heimatstadt an einem Tag so viele neue Motive entdecken würde, das war unerwartet. Dabei hatte ich für meinen ersten Fotowalk durch Aachen im vergangenen Jahr eine ziemlich genaue Route geplant. Aber durch die Gruppe, die sich gegenseitig inspirierte, wurde meine Kreativität erst so richtig ans Laufen gebracht.

Mein Fotowalk durch Aachen ist daher nach wie vor eine meiner Lieblingsquellen um neue Inspiration und Kreativität zu finden.

Sich eine Gruppe gleichgesinnter zu suchen ist aber nur ein Weg, um die eigene Kreativität zu trainieren. Ich bin gespannt zu hören, welche meiner Ideen dir schon bekannt sind, welche du selber mal ausprobiert hast und ob du noch weitere gute Wege kennst deiner Kreativität neuen Schwung zu verpassen.

Mach eine Challenge

Zu den beliebtesten Challenges gehören vermutlich die 365-Tage-Challenge und des 56-Wochen-Projekt.

Bei der 365-Tage-Challenge sollst du jeden Tag ein Foto machen. Das hört sich leichter an, als es ist. Jeden Tag Fotos zu erstellen, die auch nach dem ersten Monat sich nicht wiederholen oder langweilig werden, kann eine ziemliche Herausforderung sein.

Das 56-Wochen-Projekt ist quasi die Light-Version davon. Du bekommst jede Woche ein neues Thema, zu dem du bis zum Ende der Woche ein Foto machen sollst. Du hast zwar mehr Zeit für ein Foto, jedoch durch die Themenvorgabe auch weniger Spielraum als bei der 365-Tage-Challenge.

Challenges gibt es wie Sand am Himmel und Sterne im Meer… oder war es anders herum… egal. Du wirst bei einer Suchmaschine deiner Wahl nicht lange nach Vorlagen suchen müssen.

Ein Motiv, zehn Fotos

Häufig schließt man Motivideen viel zu schnell ab. Sobald das erste akzeptable Foto im Kasten ist, wird sich dem nächsten Motiv zugewandt.

Der einfachste Weg besser zu werden, ist die Bereitschaft mehr Zeit zu investieren!

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Versuch einmal ein Motiv auf zehn unterschiedliche Arten zu fotografieren.

Ich habe einige Fotos vom wolkenverhangenen Teide auf Teneriffa gemacht. Hätte ich nach dem ersten akzeptablen Ergebnis aufgegeben, wäre es nicht dieses Foto gewesen.
ISO 200 · 128mm · f/8 · 1/1000s

Die Fotos sollten sich unterscheiden. Versuch neue Perspektiven oder verändere die Einstellungen deiner Kamera um die Bildwirkung zu beeinflussen. Du kannst auch zu einem späteren Zeitpunkt wiederkommen und dein Motiv in einer anderen Lichtsituation fotografieren.

Spielkarten zur Inspiration

Vor einer Weile habe ich die Fotografie-Karten “Inspiracles”* zur Verfügung gestellt bekommen.

Die Idee solche Übungskarten zu entwickeln geisterte mir schon eine Weile im Kopf herum. Daher fand ich es spannend, wie die Karten von Inspiracles sind und ob sie meiner Vorstellung entsprechen.

Das Konzept ist einfach: Die Karten sollen dir spielerisch dabei helfen deine Kreativität zu entwickeln. Dich durch kleine Häppchen inspirieren. Das klappt mit diesen Karten sehr gut.

Auf ein paar Karten findest du Basiswissen der Fotografie. Die meisten jedoch beschreiben ein Thema, dem du dich in deinem nächsten Foto widmen kannst. Kompositionsregeln, Kameraeinstellungen, Farben, Sehen lernen… zu allem gibt es Karten mit Beispielen und Übungen.

Die Karten bieten eine große Vielfalt an Aufgaben und Inspirationen für deine Fotografie.

Und hier kommen wir auf die Challenges von oben zurück: Nimm dir jeden Morgen eine Karte und lass dir das Tagesthema vorgeben. Ohne eine Vorgabe weißt du erst einmal nicht, wonach du suchen sollst. Durch die Vorgabe der Karte wird dein Blick gefiltert und du wirst plötzlich überall interessante Motive zum Thema finden.

Aber denk an den vorherigen Punkt: Nicht beim ersten akzeptablen Ergebnis aufhören!

Du kannst auch das nächste Treffen mit deinen Fotofreunden mit den Karten etwas aufpeppen: Jeder zieht eine Karte und hat 15 Minuten Zeit um die Aufgabe der Karte zu erfüllen. Hinterher wird besprochen, wie gut die Aufgabe umgesetzt worden ist und ein*e Gewinner*in gekürt.

Diese und weitere Spielideen bekommt ihr von Inspiracle als PDF zugeschickt, wenn ihr euch für deren Newsletter eintragt.

Alte Bilder erneut bearbeiten

Im Verlauf der Zeit erlernst du neue Techniken für die Praxis und Nachbearbeitung deiner Fotos. Auch dein fotografischer Blick entwickelt sich weiter.

Anstatt dir neue Motive zu suchen, wühl einmal in deiner Bildersammlung nach ältere Motive. Nimm sie dir dann einfach nochmal vor und überlege dir, was du noch besser oder anders machen könntest. Ganz nach dem Motto aus dem vorletzten Punkt: Einfach einen Schritt mehr machen.

Ich beschäftige mich aktuell beispielsweise intensiv mit der Farblehre. Im April war ich in Schottland und habe auch ein Foto des Glenfinnan Viadukt gemacht, des aus den Harry Potter Filmen bekannten Zug-Viadukts. Dieses habe ich mir nun nochmal vorgenommen und neu bearbeitet. Durch die Reduktion der Farben im Bild finde ich den Gesamteindruck viel harmonischer. Es mag künstlerischer sein und weniger der Realität entsprechen, aber darum ging es mir bei dieser Bearbeitung auch nicht mehr.

Die besten Arbeiten liegen häufig in deinen vorhandenen Bildern versteckt. Versuch es einfach mal.

Du wirst erstaunt sein, wie stark sich die Ergebnisse von deiner ersten Bearbeitung unterscheiden können.

Kopiere einen Meister

Vielen fehlt es an Kreativität und Inspiration, weil sie sich für schlechter halten, als sie eigentlich sind. Das wiederum führt dann gerne zu Kreativitätstiefs.

Du siehst die Bilder der “großen Meister” und bist der Meinung ein solches Motiv niemals fotografieren zu können.

Hast du es denn schon einmal ausprobiert?

Ich finde nichts Verwerfliches daran von seinen Vorbildern zu lernen, indem du ihre Arbeiten nachahmst. Das größte Lob an einen Künstler ist es, wann man ihn kopiert. Beantworte dir dafür die folgenden Fragen so präzise wie möglich:

  • An welchem Ort wurde das Foto gemacht?
  • Zu welcher Tages- und Jahreszeit wurde das Foto gemacht?
  • Sind spezielles Wetterbedingungen Voraussetzung für das Foto?
  • Wie viel hat der/die Künstler*in in der Postproduktion gemacht? Wurden beispielsweise störende Elemente entfernt oder der Himmel ausgetauscht? Diese Information ist häufig schwer zu erlangen. Manche Künstler reden darüber sehr offen, andere nicht. Mich kannst du jederzeit fragen, ich nehme da kein Blatt vor den Mund.

Wichtig und eine Frage der Fairness ist jedoch, dass du – falls du das Ergebnis veröffentlichst – eindeutig klar stellst, wo du deine Inspiration hergenommen hast. Es gehört für mich zum guten Ton auch seine Inspirationsquellen zu nennen, wenn man sie klar benennen kann.

Für die richtige Stimmung sorgen

Musik hat einen starken Einfluss auf deine Wahrnehmung. Darum ist Hintergrundmusik bei Filmen auch ein zentraler Bestandteil.

Wenn du das nächste Mal alleine unterwegs bist, nimm dir stimmungsvolle Musik und Kopfhörer mit. Hör die Musik, die zu deiner Umgebung und der Stimmung passt, die du fotografieren möchtest.

Auf Island habe ich immer epische Filmmusik gehört. Je epischer, desto besser. Das passte für mich unglaublich gut zu der rauen Landschaft der Insel.

Wenn du die Fotos bearbeitest, höre die gleiche Musik wie vor Ort. So kannst du dich in die Stimmung des Momentes zurückzuversetzen und sorgst dafür, dass deine Nachbearbeitung diese widerspiegelt.

Such dir eine Gruppe

Zu Beginn habe ich die Geschichte meines ersten Fotowalks durch Aachen erzählt.

Der einfachste Weg zu neuer Kreativität und Inspiration sind häufig andere Menschen.

Wenn du in einer Gruppe voller Fotografie-Fans unterwegs bist, dann hat jeder einen anderen Blick für die Welt um sich herum.

Dieses Bild ist bei einem meiner Fotowalks entstanden.
ISO 200 · 150mm · f/11 · 1/400s

Beobachte die Motivwahl deiner Gruppe und tauscht euch über eure Ideen aus. Sicherlich hast auch du gute Denkanstöße für deine Fotogruppe.

Neuer Schwung für deine Kreativität

Stell dir vor du würdest jeden Tag ein paar Minuten Zeit damit verbringen, eine der oben stehenden Ideen umzusetzen. Dafür brauchst du nicht einmal viel Zeit. Die meisten lassen sich problemlos in den Alltag integrieren.

Nach einer Weile wirst du ganz neue Seiten deiner Kreativität kennenlernen. Probier es aus!

Wie viele meiner Wege zu neuer Kreativität kanntest du schon? Und wie viele davon hast du selber einmal ausprobiert? Wenn du noch andere Ideen hast um sich inspirieren zu lassen und die eigene Kreativität neu anzufeuern, würde ich mich freuen davon in einem Kommentar zu lesen.

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