Karneval, ein Nationalpark mitten in der Stadt, Favelas, der Cristo über der Stadt und vieles mehr. Die Stadt hat so unglaublich viel zu bieten, dass es mir zu viel für einen Artikel wurde. Heute gibt es den zweiten Teil meines Berichts aus Rio de Janeiro.

Nach den ersten Tagen in Rio habe ich mich entschieden meinen Aufenthalt in Rio zu verlängern. Da es so viel zu sehen gibt und ich nichts weg lassen wollte, gibt es Rio allerdings in zwei Teilen. Den ersten Teil findest du hier:

Rio de Janeiro - 1. Teil

Vista Chinesa – Alles im Blick

Für den nächsten Tag steht die erste Wanderung auf dem Plan. Gemeinsam mit Laison und Fabrice mache ich mich auf den Weg zur Vista Chinesa. Von diesem Aussichtspunkt im Tijuca Nationalpark soll die Sicht auf Rio atemberaubende sein. Der Weg ist simpel. Am Parkeingang muss man einfach einer Straße folgen. Es geht kontinuierlich bergauf, was ich mit meinem Rucksack voller Kameraausrüstung deutlich spüre. Der Rucksack (Mindshift rotation180° Horizon*) sitzt bequem und macht die Wanderung deutlich angenehmer, als es mit den meisten anderen Rucksäcken der Fall gewesen wäre.

Auf dem Weg nach oben sehen wir einige Affen. Während wir im Amazonas mucksmäuschen still und vorsichtig sein mussten um Affen in der Ferne zu sehen, sind die Affen in Rio an die Menschen gewöhnt und kommen auf Schrittweite heran. Wer Bilder von Affen machen will, der sollte sich überlegen nach Rio wandern zu gehen anstelle sich auf eine Schleichtour durch den Amazonas zu begeben.

Rio

Die Affen in den Wäldern Rios sind sehr zutraulich.

An der Vista Chinesa angekommen ist der Ausblick auf die Stadt wie versprochen einmalig. Die meisten Bilder von Rio sind vom Christo, dem Zuckerhut oder den Dois Irmãos aus. Man hat nicht alle drei Merkmale dieser Stadt in einem Bild. Von der Vista Chinesa aus hat man genau diesen Ausblick. Tagsüber ist es über Rio bei gutem Wetter meistens vernebelt und der Smog über der Stadt tut sein übriges. Den Zuckerhut kann man nur schemenhaft im Hintergrund erkennen.

Rio

Getrübte Sicht auf Rio - Smog und Nebel verhindern die klare Sicht tagsüber besonders stark an warmen Tagen.

Dois Irmãos – Klare Sicht auf Rio

Am nächsten Tag treffe ich mich mit Anderson. Gemeinsam erklimmen wir die Dois Irmãos. Wenn man sich den anfänglichen Weg durch die Favela sparen will, kann man ein Motorrad-Taxi nehmen. Für knapp 2€ bringt dieses einen bis an den Sockel der Dois Irmãos. Die Fahrt ist zügig. Ich denke mir, die Jungs wissen sicherlich, ob sie zwischen zwei fahrenden Autos durch passen oder nicht. Heile kommen wir oben an. Von dort aus geht es zu Fuß weiter. Nach einer stetigen Aufwärtswanderung und weiteren Begegnungen mit Affen, kommen wir nach eineinhalb Stunden auf dem Gipfel an. Wir werden mit einer wunderbaren Aussicht runter auf die Lagoa Rodrigo de Freitas belohnt.

Rio

Auch an den Dois Irmãos sind die Affen sehr zutraulich.


Rio

Am frühen Mittag tummeln sich viele Leute auf der Spitze. Bilder ohne Personen: Fast unmöglich.


Rio

Panorama-Selfie über Rio - Muss natürlich sein!


Rio

Zwischen den Berghängen sammelt sich der Nebel.

Abends geht es nach Lapa. In dem Viertel von Rio de Janeiro findet man eine der meiner Meinung nach coolsten Partymeilen der Stadt. Man kann die Straße hoch und runter laufen und der Musik aus den Clubs und Bars lauschen. Am Aqueduto da Carioca, einem Aquädukt in Lapa, trifft man auf Samba-Rodas. Dabei spielt eine Gruppe von Trommlern die typischen Samba Rhythmen, die jeden dazu bringen mit zu wippen. Man steht in einem Kreis in dessen Mitte Männer und Frauen zeigen, was sie aus ihren Hüften heraus tanzen können. Nachdem ich mir ein paar eindrucksvolle Tanzeinlagen angesehen habe, mache ich mich auf den Heimweg.

Santa-Marta – Die bunte Favela

Eines hatte ich mir fest vorgenommen. Die Favela Santa Marta. Diese ist durch das Video “They don’t care about us” von Michael Jackson am bekanntesten geworden. Große Teile von Santa Marta sind von einem Künstler bunt angemalt worden. Der Blick ist einmalig und einen Besuch wert.

Rio

Eine Favela aus der Luftperspektive


Rio

Bunte Häuser in Santa Marta

Man verbindet mit Favelas eine hohe Kriminalität und Gefahr. Es wird einem von jedem geraten, bloß nicht die Kamera in einer Favela offen herum zu tragen. Die Sache mit der Kriminalität mag prinzipiell stimmen. Santa Marta ist allerdings befriedet und unter Polizeikontrolle. Tagsüber weitestgehend ungefährlich. Wie im Rest von Rio und jeder anderen Großstadt auch, trage ich meine Kamera nie offen mit mir herum.

Rückblick auf Rio

Nach einer Woche in Rio geht meine Reise weiter. Wenn du aufmerksam mitgelesen hast, der wirst du dich fragen, wo der Christo geblieben ist. Keine Angst! Die bekannte Statue steht noch in Rio und wurde nicht geklaut. Ich habe mir diesen beliebten Touristen-Spot gespart. Hätte ich mehr Zeit in Rio verbracht, wäre ich noch hin. Es gibt andere Aussichtspunkte mit einer ebenso schönen oder besseren Aussicht, die nicht so überlaufen sind. Diese habe ich daher vorgezogen.

Im Laufe meiner Woche in Rio wurde mir immer wieder gesagt, dass ich aufpassen muss. Aufpassen mit meinem Handy, meiner Kamera und wenn ich alleine nach Hause gehe. Natürlich laufe ich nicht den ganzen Abend mit meinem Handy in der Hand durch die Stadt oder trage meine Kamera um den Bauch. Würde ich in keiner großen Stadt. Mir ist klar, dass eine Großstadt in Brasilien unter anderem wegen der deutlich größeren Schere zwischen Arm und Reich, vermutlich eine erhöhte Kriminalitätsrate hat. Mir ist klar, dass Rio nicht ungefährlich ist. Ich halte nur die Einstellung der übertriebenen Vorsicht für genau das: übertrieben. Mir ist während meines Aufenthaltes nichts passiert. Ich bin weder angepöbelt noch ausgeraubt worden. Es kann sich um reines Glück handeln. Mein Tipp: Verhalten euch unauffällig, fangt keinen Streit an und fühlt euch nicht als etwas Besseres. Behandelt das Land und die Leute die ihr besucht so, wie ihr behandelt werden wollt. Ist leider häufig genug nicht der Fall. Karma nennt man es und ich bin der Meinung es kommt immer so zu dir zurück, wie du es ausstrahlst.

Planänderungen die Zweite

Geplant hatte ich nur ein paar Tage in Rio zu bleiben und ein paar Tage nach Ilha Grande zu fahren. Da es in Rio viel zu sehen, zu erleben und zu tun gab, hatte ich Ilha Grande erst einmal gestrichen. Ich habe ernsthaft darüber nachgedacht nach meiner Fahrt nach Itaúnas den kompletten Weg zurück zu fahren um eine Woche auf Ilha Grande zu verbringen. Geplant hatte ich auch mich am Wochenende auf den Weg nach Itaúnas zu machen. Dort findet einmal im Jahr ein Forró Festival statt. An diesem wollte ich nicht nur teilnehmen sondern auch mit meiner Kamera unterwegs sein. Am Freitagmorgen erfahre ich noch in Rio, dass ich auf Grund eines kleinen Missverständnisses keine Unterkunft am Wochenende in Itaúnas habe. Frühestens Montag. Mir kommt das in diesem Moment ganz gelegen: Ich kann vor Itaúnas noch ein paar Tage nach Ilha Grande. Das Dilemma, dass ich die Woche für die Unterkunft in Itaúnas zugesagt habe, jedoch auch nach Ilha Grande will, löst sich von ganz alleine. Ich halte es mir offen für die großen Partys am Wochenende nach Itaúnas zu fahren. Als nächstes geht es erstmal nach Ilha Grande. Die Insel auf Platz 2 der schönsten Inseln Brasiliens über die ich andere bisher nur Gutes habe reden hören.

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Abschließend noch ein paar Links zu weiterführenden Themen oder Seiten, die ich angesprochen habe.

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Technischer Kram

Bei meinen Fotografien kommt verschiedenste Ausrüstung zum Einsatz. Bei den hier gezeigten Aufnahmen habe ich die folgende Ausrüstung verwendet:

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