Karneval, ein Nationalpark mitten in der Stadt, Favelas, der Cristo über der Stadt und vieles mehr. Die Stadt hat unglaublich viel zu bieten. So viel, dass es mir zu viel für einen Artikel ist. Heute gibt es die ersten Tage meines Aufenthaltes in Rio de Janeiro.

Nachdem ich eine wundervolle Zeit mit wunderbaren Leuten in Manaus und im Amazonas hatte, nehme ich den Flieger über Brasília nach Rio. Eine Busfahrt wäre mir lieber, ist zwischen diesen beiden Städten eine viel zu lange Reise. Nach neun Stunden, inklusive vier Stunden warten in Brasília, komme ich abends in Rio an. Stellt man sich vor, was man innerhalb Europas in fünf Stunden Flugzeit alles erreichen kann, dann realisiert man schnell, wie groß Brasilien ist. Ein Hostel für die erste Nacht habe ich von Manaus aus gebucht. Laison, den ich auf Morro de São Paulo kennen gelernt habe, arbeitet im CaipiHostel. Ich enntscheide mich dafür dort unter zu kommen und bleibe die komplette Zeit in Rio dort.

Das Hostel liegt am Rande des Party-Viertels Lapa. Es ist nachts halbwegs ruhig um das Hostel herum. Abends erreicht man viele gute Partys und die Straßenfeste in Lapa allerdings Fuß läufig in wenigen Minuten. Auch wenn der Flug halbwegs entspannt war, war mit mir an diesem Abend nichts mehr anzufangen.

Kathedrale von Rio

Am nächsten Morgen treffe ich auf Laison. Er muss im Hostel arbeiten. Ich habe mir meine ersten Ziele ausgesucht und begebe mich am frühen Nachmittag auf den Weg. Mein erstes Ziel ist die Kathedrale von Rio de Janeiro. Von außen finde ich diese unglaublich hässlich. In der Kathedrale werde ich überrascht. Die Wirkung bei Sonnenschein ist atemberaubend.

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Die Kathedrale von außen - eher hässlich...


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... von innen jedoch sehr beeindruckend.


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Rechts von der Kathedrale: Der moderne Glockenturm

Direkt vor der Kathedrale fährt der Bus, der mich zu meinem nächsten Ziel bringen soll.

Pao de Açúcar – Der Zuckerhut

Mit dem Bus fahre ich von der Kathedrale bis zum Pão De Açúcar, dem Zuckerhut. Es ist schon Nachmittag und der Sonnenuntergang kündigt sich an. Die Seilbahn den Berg hoch ist mit umgerechnet 20€ im Verhältnis zu den sonstigen Preisen in Brasilien unglaublich teuer. Touristenattraktion eben! Man kann den Berg hoch wandern, was mir zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt war. Für den Sonnenuntergang hätte auch die Zeit nicht mehr ausgereicht.

Der Zuckerhut liegt direkt am bekannten Stadtstrand Copacabana. Die Sicht runter auf die Stadt ist atemberaubend. Tagsüber liegt die Stadt oft in einem starken Dunst. Gegen Abend klart die Sicht deutlich auf.

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Ausblick von der ersten Station am Zuckerhut

Die Schlange der Seilbahn zur zweiten Station ist erstaunlich lang. Ich bekomme die Anfänge des Sonnenuntergangs in der Seilbahn zu sehen, erreiche die Spitze zum Glück rechtzeitig um von dort zusammen mit vielen anderen auf meine Kosten zu kommen.

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Der Sonnenuntergang färbt die Bucht in eine Mischung aus blau und rot.


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Kurz darauf gehen die Lichter der Stadt an. Rio startet ins Nachtleben.

Nachtleben ohne Kamera

Zusammen mit Laison und Fabrice, der ebenfalls im Hostel arbeitet, komme ich abends in den Genuss des Nachtlebens von Rio. Wir fangen mit einem kleinen Spaziergang durch Lapa und an der Escadaria Seleron vorbei an. Diese bunten Treppen wurden von einem Künstler 1990 begonnen. Er wollte ein Kunstwerk zu ehren der brasilianischen Bevölkerung in den Landesfarben erschaffen. Die bunten Fliesen entdeckte er 1998 und fügte sie über die Zeit dem Kunstwerk hinzu, tauschte sie sogar aus. Die gesamte Geschichte kann man am unteren Ende der Treppe auf einer Tafel lesen

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Geschichte auf portugiesisch

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Geschichte auf englisch

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Bunte Treppen


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2010 - Die Treppen sind im stetigem Wandel

Am Pedra do Sal, einem Platz im Zentrum der Stadt, findet jeden Montag ein Samba Straßenfest statt. An jeder Ecke stehen Essbuden und Musikgruppen die in gemütlicher Runde zusammensitzen und Samba spielen. Eine Stimmung, die mich am ersten Tag meines Aufenthaltes in Rio an meiner Planung zweifeln lässt, nur drei Tage in Rio zu bleiben.

Leider habe ich mich in Rio von den Warnungen über die Kriminalität in der Stadt einschüchtern lassen. So lasse ich an diesem Abend Kamera und Smartphone auf dem Weg von der Escadaria zum Pedra de Sol im Hostel. Beim ersten Blick auf die feiernde Menge bereue ich diese Entscheidung. Ich nehme mir vor immer eine Kamera dabei zu haben. Natürlich kann mir meine Ausrüstung geklaut werde, aber das Risiko gehe ich ein. Wie will ich die Kultur des Landes fotografieren, wenn ich bei den kulturellen Highlights keine Kamera dabei habe? Es sollte allerdings noch bis nach Rio dauern, bis ich mich davon überzeugen kann, immer eine Kamera mitzunehmen.

Entspannen in Rio

Am nächsten Morgen ist Energie tanken angesagt. Der Vorabend liegt mir noch in den Knochen. Ich werde zu alt für diesen Scheiß! Naja… nicht wirklich! Ich habe jedoch das Gefühl, hier nicht so ein Durchhaltevermögen zu haben, wie in der Heimat. Es ist Energie tanken angesagt. Ipanema ist neben Copacabana der bekannteste Strand in Rio de Janeiro. Der Strand ist, wie Copacabana auch, unter Touristen beliebt. Es ist ein gesundes Maß an Vorsicht vor Taschendieben geboten. Man sollte, wie an jedem belebten Strand, seine Wertsachen nicht unbeaufsichtigt lassen. Da man einen wunderbaren Blick auf den Zwillingsberg “Dois Irmãos” hat, habe ich meine kleine Kamera eingepackt.

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Ipanema mit Blick auf die Dois Irmãos

Am späten Nachmittag sitze ich im Hostel, arbeite und schreibe mit Anderson. Nach Manaus ist er nach Hause geflogen. Inzwischen ist er zurück in Rio. Als ich ihm den Namen meines Hostels sage, antwortet er, dass er mit einer Freundin gerade in der Lounge dieses Hostels sitzt und sich unterhält. So führen die Wege von Anderson und mir nach zwei Tagen wieder zusammen und ich lerne Bombom kennen. Samba-, Forró- und Salsa-Lehrerin mit dem großen Traum in Europa Tanzunterricht zu geben. Ich drücke dir von ganzem Herze die Daumen, dass es klappt. Diese Connection in die Tanzszene von Rio beschert mir zwei großartige Forrópartys in Rio. So auch an diesem Abend. Da ich mit Kamera schwer tanzen kann, bleibt sie an heute gewollt im Hostel.

Planänderungen die Erste

Eigentlich wollte ich drei Tage in Rio bleiben, anschließend ein paar Tage auf Ilha Grande verbringen und dann weiter nach Itaúnas. Da es in Rio viel zu sehen gibt, habe ich Ilha Grande erstmal gestrichen und mir offen gehalten nach dem Forró-Festival in Itaúnas wieder zurück in den Süden zu fahren um Ilha Grande zu sehen.

Da die Zeit in Rio sehr abwechslungsreich und lang war, ist der Artikel etwas länger geworden. Es gibt in Rio einfach zu viel zu sehen. Wandern in der Natur mitten in der Großstadt, ein schöner Strand nach dem anderen, abwechslungsreiche und gute Partys. Ich habe mich entschieden den Artikel daher in zwei Teilen zu veröffentlichen. Ich will euch ja nicht mit einem halben Buch erschlagen.

Mein Bericht über Rio ist also noch nicht am Ende. Schon bald gibt es mehr aus dieser wunderschönen Stadt zu sehen.

Gefällt dir ein Foto besonders gut oder willst, dass ich einen Artikel darüber schreibe, was ich in der Nachbearbeitung gemacht habe? Oder willst du einfach auch mal was sagen?

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Abschließend noch ein paar Links zu weiterführenden Themen oder Seiten, die ich angesprochen habe.

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CaipiHostel Rio de Janeiro

Technischer Kram

Bei meinen Fotografien kommt verschiedenste Ausrüstung zum Einsatz. Bei den hier gezeigten Aufnahmen habe ich die folgende Ausrüstung verwendet:

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