Nach 2 Monaten in Brasilien komme ich in die Stadt zurück, in der meine Brasilien-Reise begonnen hat. Ich bin gespannt, ob mein Eindruck der Stadt ein anderer ist, da ich mich ein wenig in die brasilianische Welt eingelebt habe.

Wer den ersten Teil über Salvador noch nicht gelesen hat, empfehle ich diesen zuerst zu lesen.

Zurück in Salvador

Alles fängt damit an, dass ich nach meinen zwei Wochen auf Ilha Grande und einer Busfahrt von 35 Stunden am Busbahnhof in Salvador stehe. Für längere Strecken Bus zu fahren ist in Brasilien weit verbreitet und bequem. Mit Stromversorgung, WLAN und Filmen vergeht die Zeit in Fluge. Ich habe mich für den Bus entschieden, da mein Gewissen mich dazu treibt. Die CO2-Bilanz eines Flugzeuges im Vergleich zum Bus ist schlichtweg katastrophal. Bin ich da immer so konsequent? Nein, leider nicht. Aber für die Reisen zahle ich einen entsprechend höheren CO2-Ausgleichsbetrag. Mehr zu dem Thema ein anderes Mal.

Am Busbahnhof in Salvador angekommen habe ich mir dieses Mal kein Taxi zum Hostel vorab bestellt. Eigentlich sollte ich 5 Stunden früher in Salvador ankommen. Durch die Verspätung wird es 11 Uhr abends. Den Bus nehme ich mit meinem vollen Gepäck dann nicht mehr. Abgesehen von der Tatsache, dass mein Portugiesisch nicht ausgereicht hätte: Bei meinem ersten Aufenthalt in Salvador hätte ich nicht mit dem Taxifahrer über den Preis verhandelt. Dieses Mal schon. Die kurze Strecke für 50R$ finde ich etwas teuer, auch wenn es Nacht ist. Für meine letzte Fahrt in Salvador vom Hostel zum Busbahnhof habe ich knapp 23R$ bezahlt. Mit 40R$ gebe ich mich dann zufrieden. Ich will einfach nur ankommen und ins Bett.

Das Hostel ist das gleiche wie bei meinem ersten Aufenthalt. Die Nega Maluca liegt am Rande des Pelourinho und somit perfekt für den kommenden Dienstagabend, der in der Altstadt Salvadors der lebendigste Abend der Woche sein soll.

Im Hostel bin ich mit drei Freunden aus meiner Heimatstadt verabredet. Gemeinsam wollen wir den letzten Monat meiner kleinen Brasilienreise die Chapada Diamantina erkunden, zu unserem Capoeira-Verein nach Belo Horizonte und abschließend an den Foz do Iguacu, den Wasserfällen an der Grenze nach Argentinien und Paraguay. Da ich mit 5 Stunden Verspätung im Hostel ankomme, schlafen schon alle. Ich beziehe mein Bett und schließe mich dieser Entscheidung an. Kurz bevor ich einschlafe kommen noch zwei Freundinnen hinzu, die ich auf Ilha Grande kennengelernt habe. Diese machen ebenfalls Capoeira und wollen in die Chapada Diamantina. Logischerweise haben wir uns in Salvador im gleichen Hostel verabredet.

Basílica do Senhor do Bonfim

Mit dieser kleinen Truppe von 6 Personen erkunden wir am nächsten Tag eine Ecke Salvadors, die mir bei meinem ersten Besuch entgangen ist. Die Basílica do Senhor do Bonfim ist mit dem Bus von der Unterstadt aus Bequem erreichbar. Diese Kirche ist bekannt für die bunten Bändchen rund um die Kirche. Von diesen Bändchen habe ich schon beim letzten Mal erzählt, allerdings war ich bei einer kleinen Kirche im Pelourinho an der diese ebenfalls hängen. Von der Menge her jedoch nichts im Vergleich zur Basílica.

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Mehr bunte Bändchen


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Irgendwer fällt immer aus der Reihe!

Auf dem Rückweg wird es dann Zeit für den nächsten Punkt auf meiner Liste der Dinge, die mir bei meinem ersten Besuch entgangen sind. Eines der typischen Mahlzeiten Salvadors. Acarajé. Eine Art Fischburger. Leider nichts für mich, da ich keinen Fisch mag. Ich habe glücklicherweise 5 hungrige Seelen bei mir, die sich am Mercado Modelo Acarajé kaufen und mich mal probieren lassen. Wenn man Fisch mag, schmeckt das bestimmt gut.

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Acarajé


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Während im Pelourinho, der Oberstadt, die Kolonialhäuser oft gut erhalten sind, verfallen die meisten davon in der Unterstadt.

Samba-Abend im Pelourinho

Wir haben Dienstagabend. Diestagabend ist der Party-Abend im Pelourinho. Die letzten Male war ich von den Eindrücken überfordert, so dass mir dieser Abend zu viel wurde. Dieses Mal freue ich mich auf den Abend. Ich habe keine Angst meine Kamera mit in die Stadt zu nehmen. Natürlich muss man aufpassen und sollte die Kamera feste in der Hand halten oder nah am Körper in einer unauffälligen Tasche tragen. Bei meinem letzten Besuch hätte ich die Kamera an diesem Abend zuhause gelassen. Zum Glück tue ich dies dieses Mal nicht und kann ein paar schöne Aufnahmen der performenden Samba-Gruppen machen

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Das Alter der Musiker geht über mehrere Generationen.

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Die Künstler haben sichtlich Freude an dem ganzen Spektakel.

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Die Musiker sind zeitgleich auch Artisten. Dieser junge Mann wirbelte mit seinen Trommeln ziehmlich umher.

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Nicht nur Musik, auch tanz ist dabei. Eine Pulk tanzender Leute tanzt nach, was die beiden ganz vorne ihnen vor machen.


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Das in der Gruppe tanzen kommt mir von den Samba-Partys in meiner Heimatstadt bekannt vor.


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Samba in den Straßen von Salvador - Ein Spektakel, das man nicht verpassen sollte.

Am nächsten Tag buchen wir unsere Busfahrt in die Chapada Diamantina und verbringen den Tag mit einem kleinen Stadtbummel durch den Pelourinho. Auch tagsüber wirkt das Ganze für mich bei meinem zweiten Besuch wesentlich unbedrohlicher. Abends bleiben wir im Hostel und freuen uns auf die Chapada Diamantina.

Fazit

Nach zwei Monaten Eingewöhnung in Brasilien ist die Wirkung Salvadors auf mich eine ganz andere. Während die Stadt schon bei meinem ersten Besuch nicht so bedrohlich auf mich wirkte, wie sie von vielen beschrieben wird, gehe ich dieses Mal ganz entspannt durch Salvador. Bei Tag und bei Nacht. Sogar meine Kamera trage ich bei der Sambaparty offen bei mir.

Versteht mich nicht falsch! Ich will nicht sagen, dass Salvador ungefährlich ist, aber man sollte sich davon nicht verrückt machen lassen. Man macht sich seine Eindrücke nur kaputt, wenn man die ganze Zeit angespannt durch die Stadt läuft. Bleibt also unauffällig, nehmt nur das nötigste mit, wenn ihr raus geht und genießt die Eindrücke. Sonst verpasst ihr das Beste! Ich bin froh für ein paar Tage nochmal in Salvador gewesen zu sein. Als nächstes geht es nun endlich in die Chapada Diamantina.

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Abschließend noch ein paar Links zu weiterführenden Themen oder Seiten, die ich angesprochen habe.

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Technischer Kram

Bei meinen Fotografien kommt verschiedenste Ausrüstung zum Einsatz. Bei den hier gezeigten Aufnahmen habe ich die folgende Ausrüstung verwendet:

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